
Brücken zu Bach | Leipziger Komponisten vom 18. bis zum 21. Jahrhundert für Violoncello und Klavier
Brücken zu Bach
Werke Leipziger Komponisten vom 18. bis zum 21. Jahrhundert für Violoncello und Klavier
Pianistin Jongsuk Kim und Cellist Jonas Seeberg spielen Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Bernd Franke.
Programm
Johann Sebastian Bach (1685–1750) /
Robert Schumann (1810–1856)
Suite Nr. 3 C-Dur für Violoncello
mit Klavierpart von Robert Schumann
Prélude (Presto)
Allemande (Allegro)
Courante (Allegro)
Sarabande (Largo)
Bourée I/II
Gigue (Allegro)
Robert Schumann
Adagio und Allegro op. 70
für Violoncello und Klavier
Langsam, mit innigem Ausdruck – rasch und feurig
Bernd Franke (*1959)
Hymnus für B. (Lichtgesang)
für Violoncello und Klavier
Leipziger Erstaufführung
~ ~ ~ Pause ~ ~ ~
Komponistengespräch mit Bernd Franke
Dabei steht die Entstehungsgeschichte, der kreative Prozess und die Gedanken zur Komposition „Hymnus in B.“ im Mittelpunkt
Bernd Franke (*1959)
Hymnus für B. (Lichtgesang)
für Violoncello und Klavier
Leipziger Erstaufführung
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)
Werk für Violoncello und Klavier
Robert Schumann
Fantasiestücke op. 73
für Violoncello und Klavier
Zart und mit Ausdruck
Lebhaft leicht
Rasch und mit Feuer
Besetzung
Jonas Seeberg – Violoncello
Jongsuk Kim – Klavier
Bernd Franke – Komponistengespräch Hymnus für B. (Lichtgesang)
Mitwirkende
Jongsuk Kim ist Preisträgerin diverser internationaler Wettbewerbe. Ihre feinfühlige Musikalität und ihre frische, lebendige Spielweise werden vom Publikum wie von Kollegen gleichermaßen geschätzt.
Bereits mit 15 Jahren gewann sie beim koreanischen „Jugend Musiziert“ den ersten Preis; wenige Jahre später führte sie als Solistin Beethovens 5. Klavierkonzert mit dem Kiew Radio Symphony Orchester auf.
Neben dem solistischen Spiel ist die Kammermusik ihre große Leidenschaft. Sie begeisterte das Publikum in den größten Sälen ihrer südkoreanischen Heimat mit ihren frischen Interpretationen altbekannter Werke, aber auch mit ihrem Verständnis für neue Kompositionen: So trat sie in der Gumho Art Hall in Seoul mit einer Uraufführung der Klaviersolostücke – Thema und Variationen von Yunbok Seok auf.
Jongsuk Kim studierte bei Gilead Mishory in Freiburg sowie bei Matitjahu Kellig und Peter Orth in Detmold.
Zusätzliche Impulse erhielt sie in Meisterkursen bei Tomislav Nedelkovic-Baynov, Felix Gottlieb, Friedlich-Wilhelm Schnurr und Anatol Ugorski.
Der Cellist Jonas Seeberg studierte in München, Berlin und in den USA bei Bernard Greenhouse, Cellist des legendären Beaux Arts Trios und Meisterschüler von Pablo Casals. Beeinflusst wurde er zudem durch die Zusammenarbeit mit dem niederländischen Barockcellisten Anner Bylsma.
Nach Solopositionen in verschiedenen europäischen Orchestern konzertiert Jonas Seeberg seit 2023 ausschließlich als Solist und Kammermusiker. Die von ihm herausgegebene neukonzipierte dreibändige Urtextausgabe der Cellosuiten Johann Sebastian Bachs (Edition Walhall, 2023) gilt international als Meilenstein und Fundament einer neuen kritischen Auseinandersetzung mit den Suiten; seine Einspielung der Suiten erschien 2025 bei Et’cetera Records. Weitere CD- und Rundfunkaufnahmen für Sony, Neos, WDR, Deutschlandfunk, L1 und NL4.
Seeberg spielt ein Violoncello von Matteo Goffriller, Venedig, ca. 1700, mit unbesponnenen Darmsaiten, wie sie noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts üblich waren. Sie ermöglichen ein gänzlich anderes, variableres und lebendigeres Klangbild als die heute übliche Metallbesaitung.
„Seeberg zeigt voller Leichtigkeit tiefe Emotionen, spielt hochvirtuos und doch spielerisch, glasklar und intonationssicher – ein Solist auf höchstem Niveau.“ (Rheinische Post)
Der Komponist Bernd Franke wuchs in einem musikalisch offenen und toleranten Elternhaus auf. Dort kam er schon als Kind in Berührung mit Klassik, Avantgardemusik, Jazz, improvisierter Musik und Popmusik, die dort von seinem Vater und seinem Großvater (beide Musiker) als völlig gleichberechtigt angesehen wurden. Ein solches Musikverständnis prägt ihn bis heute, von daher erklärt sich auch seine Leidenschaft für Improvisation.
Einige seiner Werke sind jüdischen Künstlern gewidmet, insbesondere jenen, die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts aus Deutschland emigrieren mussten.
Franke studierte von 1975 bis 1981 in Leipzig an der Musikhochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Komposition bei Siegfried Thiele und Dirigieren bei Wolf-Dieter Hauschild.
Von 1981 bis 1985 war er Meisterschüler an der Akademie der Künste in Ostberlin. 1989 erhielt er das Leonard Bernstein Fellowship in Tanglewood/USA.
Seit 1981 lehrt er an Universität Leipzig und ist dort seit 2003 Professor für Komposition, Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, Tonsatz und Analyse. In den letzten Jahren gab er Meisterkurse in Finnland, den USA, Schweden, Litauen, Japan, Taiwan und anderen Ländern. Ab 1989 traf er mehrmals den deutschen Komponisten Hans Werner Henze, der fortan sein Mentor wurde. 2003 war er Komponist des Jahres beim Kaustinen Festival in Finnland, 2008 Composer in Residence in Kopenhagen, 2009 Composer in Residence in Litauen und 2011 hatte er eine Residenz am Goethe-Institut in Kalkutta, Indien.
Frankes Musik wird weltweit aufgeführt und erlangte internationale Bekanntheit insbesondere durch Aufführungen des Gewandhausorchesters, der London Sinfonietta, des Ensemble Modern, des Orchesters des Bayerischen Rundfunks, der King`s Singerss oder führender Musiker wie Kurt Masur, Ricardo Chailly und Paul Hillier.
Viele Werke Frankes entstehen als Zyklen, u.a. SOLO XFACH (für Joseph Beuys, seit 1988), CUT 1-11 (seit 2001), in between (seit 2001), VEIL (seit 2013). Charakteristisch für sein Œuvre seit den 80er-Jahren insgesamt sind Grenzüberschreitungen, sowohl musikalisch – etwa durch Integration von Einflüssen der populären Musik und des Jazz – als auch durch Einbeziehung gesellschaftlich relevanter Themen.
In seinem Schaffen interessiert er sich in besonderem Maße für Prozesse der Dekonstruktion von Orchester- und Ensemblestrukturen, für die Weiterentwicklung der organischen Aleatorik und für Kulturen, Philosophieströmungen und Religionen Asiens.
Seine Werke erscheinen beim Musikverlag Peters Leipzig-London-New York.
www.berndfranke.de
https://www.youtube.com/user/composerberndfranke
Karten
Eintritt: 20 € | ermäßigt 15 €
Kartenreservierung über das u.a. Formular, telefonisch unter 0341 58615846 oder per Mail: event@gohliserschloesschen.de
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